Warum dein Traumleben kein Ziel ist – sondern die Folge davon, wer du wirklich bist 

Das Leben, das ich heute führe, steht auf keinem Vision Board. Eine Thailand-Flagge kam darauf noch nie vor. Stattdessen ein paar Tausend Follower auf Instagram, finanzielle Freiheit und ein erfolgreiches Business. Wenn ich eins nicht vorhatte, war es, ein freies und friedvolles Leben auf einer Trauminsel im thailändischen Golf zu führen. Doch war es genau das, was das Leben mit mir vorhatte. 


2022 – zwei Jahre vor meiner Auswanderung nach Thailand. Ich bin angestellt in einem IT-Unternehmen und träume auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn von einem anderen Leben. Weil ich glaube, dass mit mir etwas nicht stimmt – da ich in keinem Job, keiner Beziehung und an keinem Ort wirklich ankomme … gehe ich in Therapie. 


Im selben Jahr stehe ich auf der Trauerfeier meines Vaters. Ich halte eine kurze Ansprache und sage: “An dieser Stelle erreicht vielleicht dein Abenteuer, eine vorerst letzte Seite. Auch wenn du nicht mehr so offensichtlich mitschreibst, bist du in jeder meiner Zeilen.” Als ich vom Rednerpult herabtrete, fasse ich einen Entschluss: 

Ich werde leben. 


Atemlos erscheine ich zum nächsten Termin bei meiner Therapeutin: “Ich reise ein Jahr um die Welt; ich kann nicht mehr kommen.” 


Aus einer Zwischenstation in Thailand während einer einjährigen Auszeit wurde ein neues Zuhause. Weil ich dort niemand mehr sein musste außer ich selbst. 


Weglassen, was du nicht bist – statt “besser” werden müssen

“Besser”, “weiter”, “geheilter” werden müssen … vielleicht kennst du das auch. Mit mir stimmt etwas (noch) nicht, also muss ich an mir arbeiten. Mein Traumleben ist ja noch nicht da. Dabei wartet das Leben meist nur darauf, uns endlich begegnen zu können. Und dafür braucht es manchmal radikale Weggabelungen. Affirmationen, Morgenroutine, Dankbarkeitstagebuch … all das war es nicht, was mich in das Leben brachte, in dem ich mich angekommen und zu Hause fühlte. 


Es war ein radikales Weglassen von allem, was ich nicht mehr oder noch nie gewesen war. 


Der Sündenbock der Familie. Die fleißige Mitarbeiterin, die sich im Hintergrund hält, um den männlichen Führungskräften in einem Tech-Unternehmen die Bühne zu überlassen. Die empathische Zuhörerin, die natürlich Verständnis hat für die Lebenskrise ihrer Freundin, während es sie selbst gerade innerlich zerreißt, weil sie um ihren Vater trauert. Die, die trägt, was alle anderen nicht tragen können. Oder tragen wollen. 


Das alles fühlte sich nicht gut an. Aber vertraut. Und deshalb machte ich so lange damit weiter, obwohl ich längst ausbrechen wollte. 


Sei du selbst – klingt so einfach. Und wird in der Persönlichkeitsentwicklungs-Szene völlig missverstanden: Echtheit entsteht nicht dadurch, keine Filter mehr auf Social Media zu verwenden oder nur noch das zu tun, worauf man Lust hat. 


Es bedeutet, klar hinzusehen, wo ich von Fremdbildern meinen Weg bestimmen lasse, die wenig bis gar nichts mit mir zu tun haben. Wer musste ich in meiner Familie sein und möchte ich das überhaupt? Welche Last trage ich weiter, obwohl sie gar nicht meine ist? Was will ich nie wieder fühlen? Nicht, um mich zu reparieren – sondern um etwas zu integrieren, was andernfalls unbewusst mein Leben steuert. 


Werde, wer du wirklich bist – kann Angst machen. Was kommt dann, stehe ich am Ende alleine da? 


Je näher deine Wahrheit, desto lauter schreit der Verstand

Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich verändere ja schon etwas. Ich arbeite ja an mir und mache noch eine Weiterbildung. Der Weg zu dir selbst statt tiefer in “wie man als Frau zu leben hat” hinein  – ist ein Weg ins Unbekannte. Deshalb schreit der Verstand immer lauter, je klarer du diesen Weg einschlagen willst. Weil er die Kontrolle verliert. Gott sei Dank. 

Denn an die Stelle von Kontrolle tritt eine Führung von innen – die deiner Intuition. 


Ja, Beziehungen können auseinandergehen. In meinem Fall die, für die ich mich verlassen musste, um bleiben zu können. Ich zog längst überfällige Grenzen. Beendete den Kontakt zu bestimmten Menschen. Reichte die Kündigung ein. Ist all das wirklich ein Verlust? Oder gewinnst du nicht endlich dich selbst?

Bleiben, um mich nicht verlassen zu fühlen 

Feierabend-Drink. Es geht um den Fortschritt beim Hausbau, die geplante Hochzeit einer Kollegin, ein weiteres Kind. Die betriebliche Altersvorsorge und die nächste Gehaltserhöhung. Ich denke daran, meine Berufung zu finden und etwas Eigenes aufzubauen. International zu leben und tiefe Verbindungen mit Gleichgesinnten zu haben. Diesen Lebensentwurf gibt es nicht. Zumindest sehe ich ihn um mich herum nirgends. Vorbilder gibt es – auf Instagram. Und alle scheinen mir sehr weit weg. 


Würde ich die letzten Verbindungen zu einem Leben, wie man es zu führen hat, kappen, wäre ich noch einsamer, als ich mich ohnehin schon fühlte, dachte ich viele Jahre lang. 


Mein Blick darauf änderte sich radikal, je mehr Abstand ich zu meinem vorherigen Leben gewann. Erst da wurde mir klar, wie lange ich geblieben war, um nicht verlassen zu werden und mich genau dadurch immer wieder selbst verlassen hatte. 


Echte Zugehörigkeit beginnt da, wo wir uns selbst wieder gehören

Ich glaube, dass wir echte Zugehörigkeit nur finden können, wenn wir zuerst wieder lernen, uns selbst zu gehören. 

Und genau deshalb war diese Frau, die heute ihr Traumleben auf einer der schönsten Inseln Thailands führt, auf keinem meiner Vision Boards. Weil dafür nicht noch mehr Selbstoptimierung notwendig war, kein Reparieren und “in-Ordnung-bringen” – sondern ein Freilegen.

Du musst dein Traumleben nicht “erreichen”. 

Du darfst alles weglassen, was nie deins war – und das leben, was bleibt.
Deine Wahrheit.

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Wenn du gerade selbst an dem Punkt stehst, dass das Alte nicht mehr passt, das Neue aber noch nicht ganz da ist:
In RETURN begleite ich dich dabei, deine Wahrheit wieder zu spüren
– was jetzt wirklich dran ist (und was nicht).